Australia, my love

Meinen Geburtstag habe ich in Australien verbracht. Seitdem hoffe ich, dass dies nicht mein letzter Geburtstag in diesem Land sein soll.
Es war mein erstes Mal in Australien – ich weiß, Australien ist momentan „in“, aber ich hätte mir die Reise dorthin niemals leisten können, wenn nicht mein Bruder dort gelebt – und zufällig auch für Jetstar, die Qantas Tochter, gearbeitet hätte. Wer es nicht weiß, das sind beides Fluglinien – und als Mitarbeiter bekommt man natürlich auch einen Rabatt und so kam ich nach Australien! 🙂

Dieser Blogeintrag könnte für alle interessant werden, die nur ein geringes Budget haben, aber trotzdem so viel wie möglich daraus machen wollen.
Ich war in Melbourne und vor allem auf der Mornington Peninsula unterwegs.
Mein Tipp: Leiht euch ein Auto, wenn ihr ein bisschen rauskommen wollt ohne gleich irgendwohin zu fliegen. Melbourne und Umgebung bieten auch unheimlich viel. Ich persönlich konnte mir zu der Zeit keinen Flug zu einem anderen Ort leisten.

Wie immer werde ich natürlich hier auch jede Menge gefühlsdusseliges, persönliches Zeug von mir einbringen, denn Australien hat mich wirklich berührt – nicht braungebranntes Mädchen in Hot-Pants mit Sonnenbrille Berührt-Sein, sondern so viele Gefühle auf einmal, erstauntes, etwas unbeholfenes und so-soll-es-sein Berührt-Sein.
Nicht, dass eines schlechter ist als das andere, nur was ich damit sagen will, ist, dass es damals etwas in mir verändert hat und ich nicht nur einfach eine tolle Reise gemacht habe. Wie gesagt, jede Menge gefühlsdusseliges Zeug.

Gestartet bin ich in Melbourne, übernachtet habe ich bei meinem Bruder (also keine Hotel-Tipps, sorry – aber hey, sucht euch einfach einen Verwandten in Australien, dann wird das schon, hahaha, so witzig, haha ;D). Ich denke aber am besten beraten seid ihr nach wie vor mit AirBnB, die haben normalerweise alles, was man sich wünschen kann. Wenn ihr Party und Strand wollt ist St. Kilda nicht schlecht, wenn ihr es nobler bevorzugt ist Albert Park empfehlenswert.

Ich war im Stadtviertel Middle-Park, wo zugegebenermaßen nicht unendlich viel los ist, aber die Brownies vom Gum-Tree sind jede Sünde wert! Auch ist in Middle Park ein gekürtes Restaurant und Hotel, das ganz einfach Middle Park Hotel heißt. Probiert hier den Bread and Butter Pudding … mmmh … wer merkt schon, dass ich einen „süßen Zahn“ habe? 😉 … oder setzt euch abends einfach mit Freunden zusammen und esst die Pommes mit Cocktails (super Kombi, ich weiß!).
Ansonsten könnt ihr getrost in jedes der Cafés gehen und euch dort ein Frühstück bestellen, denn ich bin mir ziemlich sicher, dass ich fast alle durchprobiert habe und ich bin nie enttäuscht worden – das Hot Honey ist mir aber dennoch eine besondere Erwähnung wert.
Und, oh, oh, beinahe vergessen, aber unheimlich wichtig: das Sandbar Beach Café!
Last, but very much not least, bin ich dort mitunter am liebsten gewesen, Essen am Strand! Eine der schönsten Sachen, die man machen kann! Ich bin mir zwar nicht ganz sicher, wieso es im Titel unter Café läuft (ihr könnt da nämlich definitiv auch warme Mittagsspeisen und leckere Vorspeisen bekommen), aber ich garantiere euch, dass ihr es vollauf zufrieden verlasst, was auch immer ihr bestellt.
Die Straßen von Middle Park sind gesäumt mit kleinen viktorianischen Häusern, in denen es im Winter recht kalt ist, die einen aber im Sommer schön abkühlen. Rosen und Bananenbäume stehen in den Gärten, die Verkäufer begrüßen dich irgendwann mit Namen und die Straßen sind beinahe dörflich.
Middle Park ist Vorstadtglück, blühende Kirschbäume, leckeres Essen und Wärme, viel, viel Wärme, weiche Strände und gute Gespräche.
Natürlich ist es kein Touristenziel, aber es war eine Zeit lang meine Heimat. Eine Heimat, die ich lieben gelernt habe mitsamt den Cafés, den Supermärkten und den Nachmittagen am Strand.

Ansonsten bietet Melbourne selbst natürlich unheimlich viel; zum Feiern, zum Essen, zum Anschauen, zum Genießen. Wenn ihr da noch etwas wissen wollt, dann schreibt mir, aber ich möchte hier Melbourne und Umgebung von einer anderen Sichtweise angehen und euch die drei Orte nennen, die mein Herz berührt haben.
Middle Park in der irgendwie kleinstädtischen, charmanten Art war der erste Ort.

Jetzt kommt amüsanterweise der Ort, den ich als Letztes besucht habe.
Cape Schanck.
Wenn man in Cape Schanck ankommt, hält man auf einem sandigen Parkplatz und hört beim Aussteigen das Meer rauschen. Das ist nichts ungewöhnliches in Australien. Doch in Cape Schanck ist es ungleich rauer.
Man erblickt den schlanken, weißen Leuchtturm mit dem roten Dach, der weit über dem dichten, dunkelgrünen Bodenbewuchs thront und dahinter das weite, blaue Meer.
Der Weg herunter ist nicht anders als atemberaubend zu beschreiben, die Farben sind ungeheuer satt, das Meer unnatürlich blau und dem Ganzen haftet etwas Unberührtes, Ursprüngliches an. Kleiner Disclaimer dazu: Nein, an den Farben in den Bildern musste ich nichts verstärken. Es sah tatsächlich so aus.
Unten angekommen ist das Meer so laut und rau, dass man sich kaum unterhalten kann ohne die Stimme zu erheben. Definitiv nichts zum Schwimmen gehen, wenn man sieht wie heftig die Wellen auf die Steinformationen aufprallen, welch spitze Felsen das Meer freigibt, wenn es sich zurückzieht um erneut heranzurauschen.
Cape Schanck bedeutet für mich Freiheit, die Freiheit so zu sein, wie ich bin und an meinen Fehlern keinen Anstoß zu finden. Cape Schanck ist wild, schön und zerklüftet.

Nachdem wir in Cape Schanck waren sind wir übrigens zu einer der Wineries gefahren: dem Red Hill Estate. Das war Kontrastprogramm. Man isst auf dem Rasen hinter dem Restaurant, blickt auf weich abfallende Weinberge und dahinter: das Meer.
Zugegebenermaßen aber eher im oberen Preissegment.

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Der dritte Ort, der mich besonders berührt hat, war Phillip Island.
Aus diversen Gründen, vor allem aber aus familiären. Nach Phillip Island bin ich mit meinem Bruder gefahren, bevor wir (Fun Fact) bei einem Aldi (in Australien!) jede Menge Süßzeug eingekauft haben. Wir haben uns recht spontan für ein Wochenende bei einer kleinen Ferienwohnung eingebucht. Weiß einer von euch, wie die heißen? Leute die kleine Räume/Häuser vermieten, die wie Mini-Reihenhäuser direkt nebeneinander gelegen sind, aber doch funktionieren wie Ferienhäuser im Sinne davon, das man, wenn man reinkommt, eine kleine Küche, Wohnraum etc. hat. Das war echt süß. Aber kalt!
Das Wetter war furchtbar an dem Samstag an dem wir ankamen und wir haben nichts gesehen, keine Robben wo welche hätten sein sollen und ansonsten vor allem eine riesige Dunstglocke aus Nebel, Regen und Wind. Eigentlich also wenig erfolgreich. Wir sind trotzdem raus gegangen, haben auf das kalte, graue Meer geschaut und darüber gelacht wie wenig Glück wir hatten. Humor ist, wenn man trotzdem lacht.
Wir wollten uns abends natürlich die Penguin Parade ansehen, packten uns in gefühlte 50 Decken ein und hatten den besten Abend unseres Lebens, denn es klarte auf, der Wind ließ nach und jede Menge kleine Pinguine watschelten an Land, wir sahen zwei Wallabys (kleine Kängurus), so nah, dass wir hätten die Hand ausstrecken und sie berühren können und mein Bruder flashte einen der armen kleinen Pinguine (unerlaubterweise sogar!) mit seiner Handykamera, von der er dachte, den Blitz ausgestellt haben. Es war sehr, sehr amüsant.
Nachher sind wir noch vietnamesisch essen gegangen, wo weiß ich nicht mehr, es war zu dunkel und die Gespräche waren zu gut, aber es war exzellent. Irgendwo am Hafen. Reisnudeln und Erdnussreis.

Am nächsten Tag präsentierte sich Phillip Island von einer so schönen Seite, dass das Wetter von gestern fast unwirklich erschien. Wir aßen in einem Café an dessen Namen ich mich auch nicht erinnern kann, aber ich bin mir nach einem kurzen Nachschauen ziemlich sicher, dass es das BEANd war. Keine Garantie allerdings. Wer mich aber mitnehmen möchte um nachzuschauen, kann das sehr gerne tun. Nur so ein Vorschlag 😉
Es gab Avocado-Toast, geschmorte Tomaten, Eggs Benedict und frischen Spinat. Dazu Meerblick und Sonne. Zeiten, über die man sich kaum beschweren kann.
Danach sind wir an den Strand gegangen und einfach gehiket, wie man so schön sagt. Wir haben uns keine bestimmte Route ausgesucht und sind daher auch irgendwann einfach den gleichen Weg zurückgegangen, da wir uns vorher nicht informiert haben.
Wir waren mehrere Stunden unterwegs, haben geredet, gelacht, diskutiert und sind auf Dinge geklettert, auf die wir nicht klettern durften.
Die Landschaft war atemberaubend, warm und auf dem Rückweg habe ich mir die Schuhe ausgezogen und bin durch die kalte Brandung gelaufen.
Phillip Island ist für mich Familie, Vertrauen und Sicherheit. Es ist Lachen, auch wenn das Wetter schlecht ist.
Und es ist mit nackten Füßen über den Strand durch die Wellen laufen um danach jede Menge Sand in den Schuhen zu haben. Es ist Klettern auf zu hohe Felsen um danach einen außergewöhnlichen Ausblick zu haben.

Australien ist Glück.

Ich habe noch sehr viel mehr in Australien gemacht, aber der Blogeintrag ist jetzt bereits sehr lang. Ihr werdet sicher noch mehr von mir hören, vorausgesetzt ihr wollt.
Das sind jede Menge Erfahrungen, Erlebnisse und Momente gefiltert und zu den drei Besten zusammengepackt.
Natürlich gibt es noch viel, viel mehr.

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