Der kleinste Schritt …

…kann den größten Unterschied machen.

Kennt ihr das? Wenn ihr Entscheidungen trefft oder treffen müsst und eine ganz große Unsicherheit in euch ist, weil ihr merkt, dass ihr jetzt an einer Wegscheide steht und was immer ihr wählt; euer Leben wird sich massiv verändern?

Manche Entscheidungen gehen einem leicht von der Hand, man weiß einfach, dass man richtig liegt, dass das genau das ist, was man sich wünscht oder dass es etwas ist, was man schon immer gewollt hat.
Und dann gibt es da diese Entscheidungen, wo beide Seiten der Weggabelung vielversprechend aussehen, obwohl sie ganz verschieden sind. Wo Vor- und Nachteile sich gegenseitig aufwiegen und auch Pro- und Kontralisten nichts mehr nützen, weil einfach beides gleich gut, aufregend oder auch beängstigend wirkt. Wo das Risiko gleich hoch erscheint – gleich hoch einen Fehler zu machen oder genau das Richtige zu wählen.
Und meistens sind solche Entscheidungen auch nicht nur die, welche Eissorte man wählt, sondern die, die immens wichtig für das Leben erscheinen – zumindest in der derzeitigen Situation.

Solche Entscheidungen rauben mir den Schlaf. Eben weil man sie nicht richtig treffen kann, denn bei solchen Entscheidungen gibt es kein Gut oder Schlecht. Man kann sie nicht in „Falsch“ und „Richtig“ einteilen. Sie sind eine Weggabelung. Der eine Weg muss nicht schlechter sein als der andere, er ist einfach nur anders.

Und das ist, was uns mit solchen Entscheidungen hadern lässt. Menschen sind gewohnt, ihre Welt zu beurteilen, zu sagen: „Das ist schwarz und das ist weiß.“ Tatsächlich gibt es vor allem jede Menge Schattierungen. Natürlich gibt es Dinge, die einfach schlecht sind und von denen es man auch weiß. Aber von diesen rede ich jetzt nicht.
Man sollte eine Beziehung haben, Kinder bekommen, ein Haus bauen, etwas „Anständiges“ gelernt haben (wer genau definiert hier anständig? Ist ein Akademiker besser als eine Putzfrau oder ein Müllmann? Wohl kaum).
Oft vergessen wir über die Einflüsse von Außen, über die Erwartungen der Eltern oder der Freunde, was wir eigentlich wollen.
Wir stehen vor der Entscheidung und versuchen sie zu beurteilen, versuchen möglichst alle Kriterien unter einen Hut zu bekommen, alle Erwartungen zu erfüllen und dabei selbst noch irgendwo glücklich zu werden und werden dabei zu einem Kellner, der fünf Teller auf einem Arm und zwei Tablette mit Gläsern auf dem anderen Arm zu balancieren versucht.

Dabei laufen wir in Gefahr eben das zu tun, was wirklich falsch ist: entweder, die Entscheidung nach nur einem Kriterium zu treffen und zwar meistens nach dem, was am ehesten einen Konflikt vermeidet – was wirklich nicht unbedingt ratsam ist – oder, noch schlimmer: Keine Entscheidung zu treffen.

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Leute, die alles bedenken, ehe sie einen Schritt tun, werden ihr Leben auf einem Bein verbringen.
– Anthony de Mello, Eine Minute Weisheit
Der wirkliche Fehler ist, keine Entscheidung zu treffen.
Der zweite Fehler ist, die Entscheidungen nach den Erwartungen anderer auszurichten um, zum Beispiel, Konflikte zu vermeiden.
Wenn du etwas machst, muss es auf dich passen. Auch wenn es Konflikte, Umkehren, erneutes Beginnen oder dergleichen bedeutet. Ich muss eigentlich gar nicht erläutern warum, es ist offensichtlich und schnell gesagt: wenn du nicht das tust, was zu dich glücklich macht, wirst du unvermeidlich unglücklich werden. Unglücklicher noch als ihr mit den Konflikten, dem Umkehren oder dem neuen Start sein werdet.
Macht, was ihr wollt. Auch wenn es nicht dem entspricht, was andere wollen. Alle Menschen sind verschieden und ja, einige sind angepasst, aber noch viel, viel mehr sind es nicht. Wir sehen nur in solchen Situationen immer das, was wir nicht sein werden ergo: nur angepasste Beispiele.
Auch im Umkehren oder im neuen Start liegt keine Schande. Man kann sich irren. Es irren sich so viele Menschen, tagtäglich. Es wäre viel schlimmer sich den Irrtum nicht einzugestehen und immer weiter zu machen. Wenn ihr euch verfahren habt, fahrt ihr doch nicht auch einfach weiter auf der falschen Straße entlang, weil es unangenehm ist zu wenden.
Ich habe einige Freunde, die sich geirrt haben, die etwas gebraucht haben um ihren Weg zu finden. Ich gehöre auch dazu.
Tue, was dich glücklich macht und mache keine Kompromisse dabei.
Zu dem ersten Punkt, dem keine Entscheidung zu treffen, hat mir letztens jemand etwas erzählt. Ein Mädchen will ans Meer, sie wandert und wandert, bis sie an einen Berg und eine Gabelung kommt. Sie setzt sich dorthin und wartet, weil sie nicht weiß, welchen Weg sie wählen soll. Von zwei verschiedenen Wanderern wird sie eingeladen, je eine der beiden Richtungen auszuprobieren. Beides tut sie und in der einen Richtung kommt sie in eine Stadt, in der anderen in ein Dorf. Sie verbringt an beiden Orten viel Zeit, aber kommt im Endeffekt doch immer wieder an die Gabelung zurück, weil ihr eigentliches Ziel ja das Meer war. Sie ist inzwischen eine alte Frau und entscheidet sich schließlich den Berg zu erklimmen. Oben angekommen sieht sie, das beide Wege sich hinter dem Weg wieder vereinen und zum Meer führen.

Wir verbringen unser Leben auf einem Bein, wenn wir unsere Entscheidung zerdenken. Wenn wir etwas wirklich wollen und es für uns bestimmt ist, können wir keine falsche Entscheidung treffen.

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Die Entscheidungen von denen ich oben gesprochen habe, die Entscheidungen wo nichts richtig und nichts falsch zu scheinen scheint, das sind die Entscheidungen, in denen wir uns völlig auf uns selbst verlassen müssen und einfach nur einen kleinen Schritt in die Richtung wagen müssen, in die es uns ein wenig mehr zieht.
Dieser kleine Schritt, kann einer der größten in unserem Leben werden.

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