Teatime: Friends

Ich hätte nicht gedacht so bald eine neue Teatime zu schreiben, aber aus gegebenem Anlass kommt nochmal eine. Irgendwie scheint sich in meinem Leben gerade alles etwas zu ballen. Kennt ihr das auch? Wenn’s kommt, dann richtig!

Mein Studium hat wieder begonnen und es war eine Mischung aus erfreulich, stressig und kräftezehrend, aber alles in allem sehr positiv von daher will ich mich darüber gar nicht beschweren! Aber nichtsdestotrotz war es ziemlich viel. Und jemand, den ich eigentlich sehr gern habe, kam auf die Idee noch etwas obendrauf zu legen. Allerdings leider nichts Positives.

Ich bin ein recht sensibler Mensch, zugegebenermaßen, und ich möchte hier auch gar nichts breit treten, weil ich das unfair finde. Aber es geht hier mehr um ein Lehrstück als um die Situation, die es mich gelehrt hat, wenn das irgendwie Sinn macht.
Um es kurz und bündig zu machen, denn tatsächlich ist diese Sache gar nicht der Punkt, den ich hier diskutieren möchte: Person A hat einen neuen Freund. Person A hat mit Person B seit fünf Monaten einen Urlaub geplant, der in einem Monat stattfinden soll. Person A schmeißt Person B aus dem Urlaub heraus, damit der neue Freund den Platz von B einnehmen kann.

Scheiß Situation, ne? Es geht mir hier nicht darum A durch den Dreck zu ziehen – für so etwas wird Teatime nie da sein. Für so etwas wird der Blog allgemein nie da sein. Es geht darum für sich selber Grenzen zu setzten und darüber möchte ich hier schreiben. Sicher, die Situation ist der Auslöser und sie kann hier hervorragend als Beispiel dienen, aber ich möchte keine Abneigung schüren.

Das ist nämlich, was ich diese Woche gelernt habe. Lange konnte ich für mich keine Grenzen setzten, zum Beispiel nämlich wie weit jemand gehen darf bis ich mich verletzt gefühlt habe. „Aua“ sagen war nicht so meins. Es ist mir schwer gefallen und fällt mir auch weiterhin immer noch schwer jemanden offen zu sagen, dass mir eine Handlung zu weit geht.
Deshalb bin ich A eigentlich dankbar, denn mit so einer, recht extremen Handlung, werde ich dazu gezwungen eben das zu tun. Zu sagen, dass mich etwas verletzt, dass es mir zu weit geht und vielleicht sogar einen endgültigen Strich zu ziehen.
Denn das habe ich dieses Mal das erste Mal gemacht. Ich habe gesagt, dass mich etwas verletzt, dass ich ein Verhalten einer anderen Person unfair finde. Eine Sache, die mir unheimlich schwer gefallen ist, die aber gleichzeitig sehr wichtig ist. Ich bin froh darüber, denn ich habe, in meinem Leben als auch in unzähligen Filmen, immer wieder gesehen zu was es führt, wenn man nicht offen und ehrlich miteinander redet. Auch wenn das Thema nicht so angenehm ist. Das sag‘ ich jetzt so einfach. Wirklich gut klappt das bei mir noch nicht.
Ich habe Person A nichts an den Kopf geworfen. Ich halte das für unnötig, auch wenn ich verstehen kann, wenn andere Leute das in der Situation machen würden. Tatsächlich hätte mich das aber zu viel Nerven gekostet, die ich für andere Dinge momentan einfach dringender brauche. Allgemein gesagt: Man kann sagen, dass einem etwas nicht passt ohne aggressiv zu werden. Und das tut man in der Regel nicht für den anderen, sondern für sich selbst.
Pick your battles, sagt man so schön im Englischen. Was mich meinen Frieden kostet, ist es nicht wert.

Das ist meine Life-Lesson dieser Teatime. Sich durchsetzten ohne seinen Frieden auf’s Spiel zu setzten. Grenzen zu ziehen ohne sich vollständig abzuschotten.
Lange dachte ich, es wäre unhöflich „Nein“ zu sagen. Zu sagen: „Du tust mir weh, hör auf!“ Auch aus Sorge, dass mich mein Gegenüber dann nicht mehr mag.
Aber anscheinend muss ich das wohl einfach mal machen, vor allem, wenn derjenige anscheinend denkt, dass es okay wäre so zu handeln. Wie soll er wissen, dass er eine Grenze überschreitet und mir wehtut, wenn ich nichts sage?
Gut, in dem Fall mit Person A ist es wohl recht eindeutig 😀 aber das ist es ja nicht immer. Und anscheinend war sowieso dann schon etwas Grundlegendes in der Freundschaft falsch, was mich ehrlich gesagt wirklich traurig macht.

Um es aber positiv zu beenden: Ich hatte andere Freunde (Person C :D), die mich in der Situation ganz toll unterstützt haben. Und irgendwie schaffe ich es sicher auch nochmal separat Urlaub zu machen.

Ich fühle mich erstaunlicherweise seitdem sehr frei. Und ich bin stolz darauf, dass ich aus einer eher negativen Erfahrung eine positive Erfahrung machen konnte.

Ach und: Ich bin kein Engel. Ich war unheimlich wütend in den ersten Stunden und Person A kann froh sein, dass ich mich mit Vodoo nicht wirklich auskenne 😀 Aber hey, das gehört auch zum Verarbeiten 😉
Wichtig ist, dass es vorbei geht. Auch wieder für mich selbst. Eine Verletzung darf nicht alles kosten, wie gesagt.

Jetzt aber Schluss. Ich hoffe, ihr könnt irgendwie irgendwas aus diesem Post ziehen. Er ist nicht sonderlich geordnet, zugegebenermaßen. Sorry.
Es kommt jetzt aber endlich auch mal anderer Content als nur Teatime-Zeug. Keine Sorge 🙂

Fühlt euch gedrückt,

Isabell

2 Antworten auf “Teatime: Friends”

  1. Dein Eintrag ist „geordnet“ – nicht nur Dein Schritt in der Realität zu sagen, was Dich verletzt hat, ist in meinen Augen beeidruckend, sondern auch, wie refelktiert und differenzierend Du hier darüber geschrieben hast, liebe Isabell.

    Viele liebe Grüße an Dich, einen schönen Sonntagbaned noch und nicht so stressige Studienzeit wünsche ich Dir!

    Gefällt 1 Person

    1. Ich freue mich sehr, dass es so bei dir ankommt 🙂 Es war zugegebenermaßen nicht einfach so weit zu kommen und darauf bin ich ehrlich gesagt auch recht stolz! Deshalb herzlichen Dank, dass du es so siehst!

      Viele liebe Grüße zurück und ebenfalls einen schönen entspannten Sonntagabend! Und Dankeschön 😊

      Gefällt 1 Person

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