Bella Italia

Nun, streng genommen kann ich gar nicht viel darüber schreiben, denn ich habe weit weniger unternommen und entdeckt, als ich eigentlich vorgehabt hatte.
Ursprünglich wollte ich Mailand besuchen, vielleicht sogar einen längeren Trip ans Meer planen und vor allem alles rund um den Lago Maggiore erkunden.
Letztendlich lag ich vor allem am Strand, bin schwimmen gegangen und habe gegessen, viel gegessen 😀
Und es hat mir so gut getan, einfach mal nichts zu tun, dass ich etwas überrascht darüber war. In meinem Kopf habe ich immer das Gefühl, es müsste ständig etwas passieren, dass es das Schlimmste wäre, wenn ich einmal nicht verplant wäre. Tatsächlich ist das ziemlich idiotisch und führt vor allem dazu, dass ich mir unnütz vorkomme, wenn ich einmal nichts tue und meistens, wenn ich etwas tue, immer auf das nächste Highlight warte. Und außerdem recht gestresst bin.
Aber ich finde auch, dass das etwas ist, was unsere Gesellschaft uns verkauft: Geh‘ aus, sei viel unterwegs, hetze von einem Highlight zum anderen und vergiss dabei die kleinen Momente, das schöne Jetzt. Wenn man immer nur auf Highlights wartet, verpasst man, was gerade im Kleinen stattfindet und, so klischeehaft es klingt, so wahr ist es, es sind die kleinen Dinge, die das Leben schön machen. Ich hatte letztens gelesen: Be happy for this moment, because this moment is your life.
Lässt sich sicher nicht immer anwenden, aber im Normalfall schon.
So, aber genug davon.

Ich brauchte diesen Urlaub unheimlich dringend, denn ich war von sechs Wochen Prüfungen und wesentlich mehr Wochen Lernen ziemlich erschöpft und brauchte dringend die Ruhe.
Den ersten Tag, an dem ich die wunderschöne Strecke durch die Schweiz hingefahren bin, hab ich letztendlich einfach nur halbtot in unserem Ferienhaus verbracht.
Ich hatte die italienischen Bergstraßen dezent unterschätzt. Wir waren in Trarego Viggiona bei Cannero Riviera untergebracht. Das Ferienhaus war riesig, eigentlich viel zu groß, lag am Hang und hatte wunderschöne große Fenster und Balkons hinunter zum See heraus. Es war wirklich eine traumhafte Lage.

Bevor ich hier aber anfange mich zu verquatschen, möchte ich euch vor allem erzählen, was ich dann dennoch unternommen habe und was sich meiner Meinung nach ganz besonders gelohnt hat.
Doch zuerst zu: Cannero Riviera. Ein kleiner Ort zwischen Cannobio und Verbania. Ich habe sowohl Cannobio als auch Verbania besucht und Cannero Riviera hat mir trotzdem am Besten gefallen. Der Ort ist irgendwie ungeheuer authentisch, weit weniger touristisch und überfüllt als sowohl Cannobio als auch Verbania. Ein echter kleiner italienischer Ort, wobei ich mir denke, er ist dennoch sehr viel touristischer als ein normaler italienischer Ort, denn die meisten Einheimischen sprechen Deutsch, es ist alles auf Tourismus ausgelegt und sehr viele Gebäude scheinen entweder Hotels oder Ferienhäuser zu sein. Dennoch fand ich es wesentlich angenehmer als zum Beispiel Verbania. Verbania ist zwar groß, gut zum Shoppen, zum Essen gehen und vor allem hervorragend, wenn man städtische Verhältnisse mag, ergo viele Leute, viel Verkehr und viele Unterhaltungsmöglichkeiten. Mag ich auch, aber es ist doch die Balance, die es macht und ich kam gerade aus Stuttgart, daher seht es mir nach, wenn ich mich nicht sofort wieder danach gesehnt habe. Verbania war zudem enorm touristisch, da habe ich Cannobio doch dem vorgezogen. Nicht ganz so groß, nicht ganz so voll, bietet Cannobio doch immer noch sehr viel zum Unternehmen und Unterhalten, aber ist irgendwie einfach wieder sympathischer. Fragt mich nicht, vielleicht tue ich dem armen Verbania auch nur Unrecht.
Oh, und kleiner Tipp zum Strand in Cannero Riviera: Das Strandstück, an dem der Fluss in den See mündet, ist das Angenehmste, denn es hat keine Algen. Ich stehe mit Algen auf Kriegsfuß, werde mich nie daran gewöhnen, also wenn ihr auch keine mögt, that’s the way to go.

Was solltet ihr sonst noch unbedingt machen? Auf jeden Fall die Isole di Brissago besuchen!
Ich weiß, dass die Isla Bella eigentlich das Hauptattraktionsziel ist, aber, da wir an der Grenze waren, haben wir uns für die Isole di Brissago entschieden, die in der Schweiz liegt. Übersetzten kann man von Brissago aus, die Tickets kosten 40CHF oder ungefähr 35€, je nach Wechselkurs, für zwei Personen. Folglich kostet eine Person 20CHF. Und bezahlen müsst ihr leider in Schweizer Franken, aber Brissago selbst hat an den Tankstellen relativ viele „Cambios“, also Stellen, wo man Geld wechseln kann und das zu einem guten Kurs!

Jetzt aber zu der Isole selbst. Sie ist klein, aber wunderschön, jede Ecke ist mit viel Liebe gestaltet und sie wartet gar mit ein paar Überraschungen auf (von denen ich verständlicherweise nicht zu viel erzählen will) – wir haben den ganzen Tag dort verbracht und die Zeit ist wie im Flug vergangen.

Die Isole di Brissago ist mit einem botanischen Garten bepflanzt, der die Kontinente der Welt darstellt und sie mit den jeweiligen einheimischen Pflanzen füllt. Außerdem befindet sich dort noch die Villa Emden, die nachträglich dort gebaut wurde. Sie besteht zu einem großen Teil aus weißem Marmor und ist aufgebaut wie man sich ein Herrenhaus Ende des 18. Jahrhunderts und Beginn des 19. Jahrhunderts vorstellen würde. Für mich war die „überdachte“ Terrasse mit den Rundbogenfenstern heraus auf den See ein besonderes Highlight.

Den Garten lasse ich hier für sich selbst sprechen, ich glaube da muss man nichts hinzufügen. Ach, außer: besucht den Bambuswald am Strand, es erwartet euch eine kleine Überraschung. Und seit gründlich, solltet ihr die Gärten durchstreifen, überall sind kleine, schöne Plätze liebevoll gestaltet als Überraschungen verteilt.

Und ehrlich gesagt, war’s das auch schon von mir. Wie gesagt, viel gemacht habe ich nicht, aber alles, was ich als wichtig empfunden habe, habe ich hier herein geschrieben. Größtenteils war ich vor allem schwimmen und hab’s mir am Strand gut gehen lassen, aber interessant darüber zu berichten ist das jetzt ja nicht so 😀 Ich hoffe es hat euch trotzdem gefallen. Und denkt dran: Urlaube sind auch dazu da mal abzuschalten und es sich einfach nur gut gehen zu lassen.

Hugs,

Isabell

  1. Was für ein schöner Bericht. Und was für traumhafte Fotografien. Auch, wenn sie hier nur recht klein veröffentlicht werden konnten, vermitteln sie einen zauberhaften Eindruck. Jene mit dem kleinen Boot im Vordergrund ist meine Favoritin …

    So wie Du schreibst, denke ich, dass Du eine schöne Zeit hattest und Dich wirklich etwas erholen konntest, liebe Isabell.

    Möge dieser Effekt lange in Dir nachwirken!

    Viele, ganz liebe Grüße an Dich!

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s